So ein selbst gebauter Wandspiegel passt sich genau der Nische, Wandfläche oder dem gewünschten Stil an. Der Heimwerker plant selbst, baut den Rahmen selbst und montiert selbst. Nur das Spiegelglas selbst wird nicht zuhause zugeschnitten: Die Silberbeschichtung und die Glasstärke verlangen nach ganz anderem Werkzeug. Eigenbau bedeutet hier also, Rahmen, Rückwand und Aufhängung selbst zu machen.
Maße bestimmen, Einbauort prüfen
Bevor das Glas bestellt wird, steht Vermessung an. Ein wichtiger Punkt ist der Einbauort, der Format, Gewicht und Aufhängung bestimmt.
Folgendes ist zu beachten:
- Wandbeschaffenheit (Ziegel, Beton, Porenbeton, Gipskarton, Holzständerwand)
- Ebenheit der Wand durch Wasserwaage prüfen (sonst kann der Rahmen verspannt werden)
- Abstand zu Licht, Steckdosen und Möbelkanten, Sichtachsen beachten (der Spiegel soll nicht irgendwo unruhiges Wandfeld wiedergeben)
Faustregel: Schwankung von zwei bis drei Millimeter bei dem Bestellmaß einrechnen, damit sich das Glas von selbst ohne Zwang in den Rahmen einlegen lässt. Wer eine bestimmte Form möchte, z. B. rechteckiger, ovaler oder runder Spiegel, sollte sich darüber im klaren sein, bevor er den Rahmen zuschneidet, denn jede dieser Formen verlangt ein selbständiges Konstruktionsprinzip für den Rahmen.
Spiegelglas richtig bestellen
Beim Bestellen ist neben dem Maß auch die Glasstärke wichtig.
Wohnbereich übliche Werte:
- 4 mm für kleine Spiegel bis etwa 60 mal 80 cm
- 5 mm für mittlere Formate bis rund 100 mal 140 cm
- 6 mm für großformatige Spiegel und für Bereiche mit erhöhtem mechanischen Belag.
Zur Kantenbearbeitung gibt es drei gängige Varianten. Der Rohschnitt wird kantig belassen und ist nur zu verwenden, wenn der Rand ganz im Rahmen verschwindet. Kantenschliff, auch KGS genannt, ist gebrochen und matt. Facettenschliff sieht dekorativer aus, kostet aber viel mehr. Für einen gerahmten Wandspiegel genügt meist auch ein sauberer Kantenschliff.
Holzrahmen planen und zuschneiden
Der Rahmen bestimmt das Aussehen und die Festigkeit. Hier haben sich Massivholzleisten aus Eiche, Buche und Kiefer oder mehrlagiges Sperrholz bewährt. Zum Zuschnitt eignet sich eine Kappsäge mit feinem Sägeblatt. Die Gehrungswinkel bei rechteckigen Rahmen betragen 45 Grad. Zum Verleimen verwendet man Bandspannzangen oder einen Rahmenspanngurt, um gleichmäßigen Druck auf alle vier Ecken zu erhalten.
Auf der Rückseite ist ein Falz erforderlich, in den das Spiegelglas eingelegt wird. Die Tiefe des Rahmens setzt sich aus der Glasstärke und der Dicke der Rückwand zusammen, die in der Regel aus 4 mm HDF oder Sperrholz gefertigt ist. Die Falzbreite sollte mindestens acht Millimeter betragen, um sicherzustellen, dass der Spiegel gut aufliegt.
Spiegel sicher im Rahmen anbringen
Der Einsatz des richtigen Klebstoffs ist entscheidend beim Verbinden von Glas und Holz. Viele Silikone oder Montagekleber sind ungeeignet, da sie Lösungsmittel enthalten, die die Silberbeschichtung auf der Rückseite beschädigen können. Hier sollten ausschließlich Kleber verwendet werden, die ausdrücklich für Spiegel geeignet sind und nach ISO 11600 zertifiziert sind. Der Kleber sollte in senkrechten Streifen aufgetragen werden, niemals flächig, um Feuchtigkeitsansammlungen zu vermeiden. Anschließend wird die Rückwand entweder angeschraubt oder mit speziellen Spiegelhaltern fixiert. Diese Kombination aus Verklebung und Halterung sorgt dafür, dass sich der Spiegel bei Temperaturschwankungen nicht löst.
Geeignete Aufhängung wählen und Wandlast berechnen
Das Gesamtgewicht eines Spiegels setzt sich aus dem Gewicht des Glases, des Rahmens und der Rückwand zusammen. Ein Quadratmeter 5 mm starkes Spiegelglas bringt etwa 12,5 Kilogramm auf die Waage, zuzüglich Rahmen und Rückwand, die in der Regel zwischen zwei und fünf Kilogramm wiegen.
Für die Aufhängung sind folgende Optionen geeignet:
- Zackenaufhänger für Spiegel bis etwa fünf Kilogramm
- D-Ringe mit Stahlseil für Formate bis etwa fünfzehn Kilogramm
- Französische Wandleisten, auch Keilleisten genannt, für schwerere und großformatige Spiegel
Die Wahl der Dübel richtet sich nach dem Wandmaterial. Universaldübel können in Beton oft nicht ausreichend halten, während Gipskartonwände Hohlraum- oder Federklappdübel benötigen. Bei Gewichten über zwanzig Kilogramm ist es ratsam, eine Befestigung direkt im Ständer der Vorwandkonstruktion zu wählen.
Typische Fehler beim Bau vermeiden
Basierend auf praktischen Erfahrungen aus Werkstätten und Herstellerempfehlungen können häufige Fehlerquellen identifiziert werden:
- Verwendung ungeeigneter Klebstoffe, die dunkle Flecken auf der Silberschicht verursachen
- Zu enge Falz, wodurch das Glas bei Temperaturänderungen springen kann
- Vollflächiger Kleberauftrag, der Feuchtigkeit einschließt
- Unzureichend dimensionierte Dübel für schwere Rahmen
- Fehlender Einsatz einer Wasserwaage bei der Montage, was zu schiefem Anbringen führen kann
- Fehlende Toleranzen bei den Bestellmaßen, die den Einbau erschweren










